Diäten im Test

South Beach Diät: dauerhafter Erfolg ohne Kalorienzählen dank Low-Carb

South Beach Diät: dauerhafter Erfolg ohne Kalorienzählen dank Low-Carb

(Low Carb Kompendium) – Im Gegensatz zu vielen anderen Diätarten ist die South Beach Diät, die auch unter dem Namen Miami Diät bekannt ist, keine zeitlich befristete Schlankheitskur. Ihr Schlüssel zum Erfolg liegt vielmehr in einer dauerhaften Veränderung der bisherigen Ernährungsgewohnheiten. Wie die South Beach Diät genau funktioniert, ob sie wirklich hält, was sie verspricht und welche Vor- und Nachteile sie hat, erfährst Du jetzt.

Woher kommt die South Beach Diät?

Die Bezeichnung „South Beach Diät“ leitet sich von dem bekannten Stadtteil in Miami im US-Bundesstaat Florida ab. Hier befindet sich das medizinische Zentrum Mount-Sinai. Dessen medizinischer Direktor, der Kardiologe Arthur Agatston, entwickelte für seine herzkranken Patienten eine besondere Ernährungsform.

Dabei verfolgte er in erster Linie das Ziel, sowohl den Insulin- als auch den Cholesterinspiegel im Blut abzusenken und somit das Herz-Kreislauf-System zu entlasten. Schnell stellte sich heraus, dass alle Patienten, die sich nach Dr. Arthur Agatstons Vorgaben ernährten, auch Übergewicht abbauten.

Auf der Basis seiner Erkenntnisse entwickelte der Mediziner ein spezielles Ernährungsprogramm, das jeden Menschen dazu befähigt, sich schnell und dauerhaft von überflüssigen Pfunden zu befreien. Unter der Bezeichnung „South Beach Diät“ verfasste er ein Buch (Link: Die South Beach Diät), in dem er seine Forschungsergebnisse inklusive aller Ernährungsregeln allgemein verständlich veröffentlichte und somit der breiten Öffentlichkeit als praxistauglichen Diät-Ratgeber zur Verfügung stellte.

Worauf basiert die South Beach Diät?

Die South Beach Diät gehört zu den Low-Carb Diäten und hat die Reduzierung der Kohlenhydrate im Fokus. Die wichtigsten Regeln lauten:

  • Iss grundsätzlich weniger Kohlenhydrate und mehr Eiweiß!
  • Verzichte auf den Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel und einfacher Kohlenhydrate, die Deinen Hunger zwar kurzfristig stillen, jedoch vom Organismus sehr schnell verdaut werden und damit zu Heißhunger führen.
  • Meide Fett, vor allem in Form von gesättigten Fettsäuren.
  • Gestalte Deinen Speiseplan vorwiegend mit Lebensmitteln, die viel Eiweiß, enthalten.
  • Nimm komplexe Kohlenhydrate und vorwiegend ungesättigte Fettsäuren zu Dir.
Somit setzt die South Beach Diät auf den glykämischen Index. Diese Kenngröße beschreibt die Wirkung eines Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Während Lebensmittel mit einem hohen Zuckeranteil und dem damit verbunden hohen glykämischen Index Deinen Blutzuckerspielgel rasch ansteigen und ebenso schnell wieder abfallen lassen, führen Nahrungsmittel mit niedrigem glykämischen Index zu einem langsamen, gleichmäßigen An- und Abstieg des Blutzuckers, was sich in einem lange anhaltenden Sättigungsgefühl, ohne Heißhungerattacken widerspiegelt.

Beispiele für Lebensmittel mit hohem glykämischen Index:

  • Weißmehlprodukte (Brötchen, Baguette, Kuchen)
  • Kartoffeln, Nudeln, Reis
  • Süßigkeiten (Schokolade, Fruchtgummi, Eis)
  • industriell hergestellte Lebensmittel (Pizza, Fertiggerichte, Fast Food)
  • süßes Obst (Mango, Ananas, Äpfel)
Beispiele für Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index:
  • Vollkornprodukte
  • Salate
  • Grünes Gemüse
  • weniger süßes Obst (Aprikosen, Beerenfrüchte)
  • mageres Fleisch, fettarmer Fisch
  • Eier

Gute Fette, schlechte Fette

Im Vergleich mit anderen – Diäten, wie beispielsweise der Atkins Diät, unterscheidet die South Beach Diät bei den Fetten zwischen „guten“ und nicht „schlechten“. Während Du tierisches Fett (Butter, fetter Käse, Schweinefleisch) möglichst meiden musst, sind Nüsse und hochwertige pflanzliche Öle, wie Oliven- oder Fischöl ausdrücklich erlaubt.

Mahlzeiten ohne Mengenbeschränkung

Die South Beach Diät ist in drei Phasen unterteilt. Pro Tag darfst Du drei Mahlzeiten essen. Jede Mahlzeit sollte eine Eiweißquelle, wie Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte oder ein Sojaprodukt beinhalten. Aus Snacks solltest Du möglichst verzichten. Eine Beschränkung bezüglich der verzehrten Menge gibt es nicht. Du darfst Dich immer unbesorgt satt essen.

Wie bei jeder gesunden Ernährungsweise ist auch bei der South Beach Diät ausreichendes Trinken von großer Bedeutung. Zum Durst stillen eigenen sich neben Wasser ungesüßte Früchte- und Kräutertees am besten. Auch Kaffee ist erlaubt.

Sowohl die erste als auch die zweite Phase der South Beach Diät sind sehr streng.

1. Phase

Die erste Phase der South Beach Diät dauert zwei Wochen. Du nimmst pro Tag drei Mahlzeiten zu Dir, wobei viele Lebensmittel nicht erlaubt sind. Produkte mit einfachen Kohlenhydraten, wie beispielsweise Brot, Nudeln, Obst, Fruchtsaft, Kartoffeln sowie zahlreiche andere Nährmittel, wie Nüsse oder Hülsenfrüchte sind ebenfalls tabu.

Auch alkoholische Getränke sind verboten. Du stillst Deinen Hunger vorwiegend mit eiweißhaltigen Lebensmitteln, wie Hühnchenfleisch, Eiern, Magerquark, Fisch, Soja und Salat, wobei Du weder Kalorien zählen, noch irgendetwas abwiegen musst. Die Portionen sind immer so bemessen, dass Du Dich satt essen kannst.

Während der ersten Phase kannst Du zwischen vier und sieben Kilogramm abnehmen. Zudem verringert sich Dein Verlangen nach Süßem und Fettigem.

2. Phase

Zusätzlich zu den Lebensmitteln aus der ersten Phase dürfen jetzt auch einige (ausgewählte) Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischen Index auf den Teller. Einige Beispiele sind Vollkornbrot, Nüsse, Hülsenfrüchte und verschiedene Obstsorten.

Ein striktes Verbot gilt weiterhin für:

  • Kartoffeln
  • Weißmehlprodukte
  • Reis
  • Süßigkeiten
Diese Phase dauert so lange, bis Du Dein Wunschgewicht erreicht hast. Erst wenn die Waage Dein Zielgewicht tatsächlich anzeigt, kannst Du mit der dritten Phase der South Beach Diät beginnen.

3. Phase

Ab sofort darfst Du wieder fast alles essen. Ausgenommen sind lediglich Lebensmittel mit hohem Kohlenhydratanteil, wie beispielsweise Reis, Nudeln, Kartoffeln und Süßigkeiten. Sobald Dein Gewicht wieder ansteigt, kehrst Du in Phase 2 zurück. So lernst Du, Deine Essgewohnheiten an die Vorgaben so anzupassen, dass Du auf Dauer nicht wieder zunimmst. Deine neuen Essgewohnheiten basieren vornehmlich auf der Unterscheidung von guten und schlechten Fetten sowie auf Nahrungsmitteln mit niedrigem glykämischen Index.

Grundsätzlich geht es darum, die neu erlernten Ernährungsregeln und Gewohnheiten dauerhaft in den Alltag zu integrieren und somit die gesunde Lebensweise ein Leben lang beizubehalten. Du fällst nicht wieder in alte, schlechte Essgewohnheiten zurück und vermeidest damit die klassische Jo-Jo-Diätfalle.

Vorteile der South Beach Diät

  • Die Diätregeln sind unkompliziert und lassen im Alltag gut umsetzen.
  • Für die täglichen Mahlzeiten steht eine breite Auswahl an Nahrungsmitteln zur Verfügung.
  • Rasche Gewichtsabnahme während der ersten zwei Wochen. Das spornt an!
  • Kein Kalorienzählen.
  • Es gibt keine Mengenbeschränkung, sondern normale Portionen.
  • Im vorgegebenen Rahmen sind sogar kleine Zwischenmahlzeiten legitim.
  • Die South Beach Diät garantiert eine ausreichende Vitaminzufuhr, weil auch Gemüse, pflanzliche Öle, Fisch und Obst auf dem Speiseplan stehen.
  • Der Diätplan führt Schritt für Schritt in eine bewusst neue, gesunde Ernährungsweise, die ein Leben lang beibehalten werden kann.
  • Das Risiko eines Jo-Jo-Effektes ist im Vergleich zu vielen anderen Diäten gering.

Nachteile der South Beach Diät

  • Vor allem während der ersten Phase ist es schwierig, außer Haus zu essen.
  • Weil es schwierig ist, vollständig auf Kohlenhydrate zu verzichten, besteht ein hohes Risiko, die ersten zwei Wochen nicht durchzuhalten.
  • Die South Beach Diät ist für einige Personengruppen, wie Gichtkranke oder Menschen mit Nierenproblemen nicht geeignet. Deshalb ist es ratsam, vor Diätbeginn einen Arzt zu konsultieren und sich "Grünes Licht" geben zu lassen.

Das Fazit zur South Beach Diät

Sofern sie nicht übertrieben wird, gibt es zur South Beach Diät kaum Einwände. Sind die ersten beiden Phasen überstanden, unterscheidet sich die South Beach Ernährungsform nicht wesentlich von den allgemein gültigen Empfehlungen bezüglich einer ausgewogenen, gesunden Ernährung.

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