Low Carb Tipps & Tricks

Die Portionslüge – „Eine Handvoll bitte“

Wie groß ist eine "Portion"?

Die Portionslüge – „Eine Handvoll bitte“

Die Vermessung der Ernährungswelt

Wie viel essen wir? Wie viel brauchen wir? Wie viel ist eine Portion? Werden wir satt?

Sehr oft begegnet uns im Alltag, dass wir keinen wirklichen Bezug zu Portionsverhältnissen haben. Entweder bleibt vieles auf dem Teller liegen oder wir merken am Ende, wir haben viel zu viel „benötigt“ als eigentlich auf der Verpackung vorgesehen war. – Es liegt also auf der Hand:  Wir verschätzen uns.

Verschätzen wir uns? Liegt der Fehler gänzlich bei uns und unseren mäßigen Rechenkünsten? Oder werden wir an der Nase herumgeführt?

„Hä? Aber auf der Verpackung stand doch: 30 g für eine Portion!“

Es sind oftmals kleinere Bissen, die nach dem täglichen Festmahl noch auf dem Teller oder im Topf zurückbleiben. Ein Stück Hähnchenbrust in der Curry-Tomatensauce, eine kleine Menge vom Kohlrabi-Linseneintopf, eine Handvoll Salatblätter in der Schüssel. Der Grund dafür:  Die Portionen waren zu groß. Oder haben wir einfach zu viel gegessen? Wir kennen nämlich auch die andere Seite der Chipstüte: Die Leere mit den übrigen Krümeln nämlich. Es war doch eine Portion. Meine Portion.

Der Eine isst mehr, der Andere weniger Chips. Aber laut Hersteller beträgt eine Portion Chips 30 Gramm. Also weniger als eine Handvoll Chips. Jedenfalls weniger als in meine Hand passen würde. – Da ist der Filmeabend aber schnell vorbei.

Ob wir nun zu viel oder zu wenig kochen, oder am Ende doch mehr essen, als angegeben. Um zwei Fragen kommen wir einfach nicht umhin: Was ist eigentlich eine Portion? Und wie viel?

Denn dieser allgemeine Richtwert, nachdem sich offenkundig die Allgemeinheit richtet, ist sichtlich irreführend.

Portionsgrößen der Hersteller fielen beim Realitätscheck durch

Die interaktive Umfrage der Verbraucherzentralen im Juni vergangenen Jahres liefert einige Aufschlüsse über die große Portionsfrage. In der besagten Verbraucherbefragung „Portionsgrößen auf Lebensmittelverpackungen – Freiwillige Angabe hilfreich oder verwirrend?“ wurden die tatsächlichen Portionsgrößen für Chips und Müsli von insgesamt 1490 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermittelt.

Darüber hinaus wurde auch danach geforscht, in wie weit die angegebenen Nährwertangaben zu Portionen relevant für das Konsumverhalten der Verbraucher sind. Kurz gesagt: Treffen die angegebenen 30 Gramm Chips für die Portion tatsächlich zu?

Die daraus resultierende Erkenntnis ist: Für 74% der Befragten ist eine Portion größer als die vom Hersteller angegebenen 30 Gramm. Sie füllten durchschnittlich gut die doppelte Portion ab, wie auf der Verpackung vorgesehen war. Beim Müsli war die Empfehlung 40 Gramm, doch die durchschnittliche und üblicherweise verzehrte Müsliportion ergab in der Umfrage 81 Gramm. Das bedeutet, dass im Durchschnitt die aufgenommene Energie (Kalorien) und Zuckermengen doppelt so hoch sind, als die Portionsangaben auf der Verpackung vorgeben

Alles nur ein Trick?

Miniportionsgrößen lassen die jeweiligen Produkte „gesünder“ erscheinen, als sie tatsächlich sind. Kleinere Portionen suggerieren augenblicklich geringere Zuckergehalte und so kann der Verbraucher leicht getäuscht werden, wenn allgemein auf der Verpackung von Portionen die Rede ist. Die Gefahr ist nämlich, dass hohe Salz- oder Zuckergehalte „kleingerechnet“ und dadurch verharmlost werden, wenn der geringe Verzehrwert nicht dem tatsächlichen Ernährungsverhalten entspricht.

Im Prinzip sorgen die Portionsmengen auf Lebensmittelverpackungen meist für Verwirrung beim Einkaufen und Enttäuschungen auf der Waage.

Das Fazit lautet folglich, dass Portionsgrößen von vielen individuellen Faktoren abhängen. Als allgemein gültiger Normwert ist er demnach nur beschwerlich zu bestimmen, speziell bei Knabbergebäck und Cerealien. Diese Lebensmittel sind nicht standardisiert portionierbar.

Portionskennzeichnungen sind nur dann sinnvoll, wenn sie nachvollziehbar und eindeutig definiert sind, z.B. „Ein Becher“ oder „Eine Scheibe“.

Verzichte also auf die verbrauchertäuschende Maßeinheit „Portion“ und richte dich lieber nach deinem individuellen täglichen Energiebedarf. Unterstützend hilft dir dabei dein Ernährungsplan, den du im Low-Carb Camp anfordern kannst.

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