Diäten im Test

Dein Stoffwechsel im Gleichgewicht: Wohlbefinden und Gewichtsreduktion mit Metabolic Balance

Dein Stoffwechsel im Gleichgewicht: Wohlbefinden und Gewichtsreduktion mit Metabolic Balance

(Low Carb Kompendium) – Metabolic Balance ist mehr als eine Reduktionsdiät. Du kannst und wirst damit abnehmen, wenn du dich auf die Regeln einlässt. Vor allem aber hast du davon einen gesundheitlichen Nutzen. Du fühlst dich wieder wohl in deiner Haut. Wenn du damit überflüssige Kilos verlierst, umso besser – im Mittelpunkt steht aber die Balance des sogenannten metabolischen Systems im Körper.

Wie die Ernährungsmethode aufgebaut ist, erklären wir Schritt für Schritt. Du erfährst, was du wann essen darfst und wie sich die Ernährungsweise auf dein Körpergefühl und deine Gesundheit auswirken kann. Wie bei jeder speziellen Ernährungsform gibt es auch bei Metabolic Balance Nachteile und Kritik, die wir dir nicht verschweigen.

So kannst du dir selbst ein Bild verschaffen und entscheiden, ob Metabolic Balance für dich infrage kommt.

Kurz erklärt: Was ist Metabolic Balance?

Die Diät wurde von Silvia Bürkle (Ingenieurin für Lebensmitteltechnik) und Wolf Funfack (Internist und Ernährungsmediziner) entwickelt. Ausschlaggebend ist laut den „Erfindern“ der ganzheitliche Aspekt des körperlichen Wohlfühlens.

Metabolic Balance ist keine Reduktionsdiät im klassischen Sinne, sondern soll mit der Auswahl bestimmter Nahrungsmittel den Stoffwechsel optimieren. Der Stoffwechsel funktioniert bei jedem Menschen unterschiedlich, deshalb ist das Programm auf die individuellen Voraussetzungen und Ausgangslagen abgestimmt.

Die Nährstoffverarbeitung funktioniert damit flotter. Angeblich lösen sich auch Körpereinlagerungen wie zum Beispiel Fette. Mit der Nahrungsumstellung ist meistens eine Gewichtsreduktion verbunden. Das ist ein angenehmer Nebeneffekt, aber nicht der Hauptgrund.

Es gibt keinen öffentlich zugänglichen Ernährungsplan, der allgemein gültig ist. Bei Metabolic Balance handelt es sich um eine kostenpflichtige Anleitung zu einer Ernährungsweise, die über die Metabolic Balance GmbH & Co. KG vertrieben wird. Diese Tatsache und auch das Fehlen wissenschaftlicher Untersuchungen rücken Metabolic Balance immer wieder in den Fokus der Kritik.

Trotzdem: Metabolic Balance wirkt, das sagen zumindest viele Menschen, die sich an das Programm halten. Du folgst dabei einem mehrstufigen Plan. Wenn du dich für Metabolic Balance interessierst und dich bei einem Institut anmeldest, erhältst du nach einer Blutuntersuchung und der Auswertung deiner Daten deinen persönlichen Nahrungsmittelplan. Für dich ist ein Betreuer zuständig. Das kann ein Arzt oder ein Heilpraktiker sein.

Viele Antworten auf häufige Fragen im Zusammenhang mit Metabolic Balance findest du auf der informativen Webseite [http://www.my-metabolic.de].

Die Phasen von Metabolic Balance

Auch Metabolic Balance gehört zu den Diäte, die sich in verschiedene Phasen aufteilt um eine Stufenweise Ernährungsumstellung zu forcieren. Im Detail besteht Metabolic Balance aus folgenden Phasen:

Die Vorbereitungsphase

In der Vorbereitungsphase findet die Analyse von 36 verschiedenen Blutwerte statt. Unter anderem umfasst der Bluttest die Untersuchung auf Cholesterin, Zucker, Harnstoffe und Vitaminstatus. Außerdem benötigt das Institut deine persönlichen Daten. Dazu gehören deine Körpermaße, dein Körperfett und dein Gewicht ebenso wie deine eventuelle Krankenvorgeschichte.

Es ist wichtig, dass du alle Medikamente nennst, die du regelmäßig einnimmst. Deine Vorlieben für bestimmte Nahrungsmittel gehören zur Bestandsaufnahme, aber auch Lebensmittel und Gerichte, die du gar nicht magst. Nahrungsmittelunverträglichkeiten zählen ebenfalls zu den relevanten Daten.

Aus allen angegebenen Informationen erstellt ein Computerprogramms deinen persönlichen Ernährungsplan. Außerdem enthält der Plan Verhaltensregeln, die dir den Einstieg erleichtern und dich während der Diät unterstützen sollen. Metabolic Balance berücksichtigt die individuellen Unterschiede. So kann es sein, dass du einen anderen Ernährungsplan erhältst als deine Freundin – denn die Ausgangslage kann von deiner völlig abweichen, auch wenn die sichtbaren, äußeren Faktoren gleich erscheinen.

Du startest erst, nachdem alle Daten ermittelt sind und dein individueller Plan ausgearbeitet vorliegt. Jetzt kommt nach all der Theorie die praktische Vorbereitungsphase. Der Darm muss gründlich entleert werden. Das geht am besten mit einem Abführmittel oder durch einen Einlauf. Die Vorbereitungsphase umfasst zwei Tage. In diesem Zeitraum gibt es nur leichte Nahrung, die für Magen und Darm nicht belastend ist. Diese Vorbereitung ist wichtig, damit sich dein Körper gut umstellen kann.

Die Umstellungsphase

Danach folgt die strenge Umstellungsphase. Grundsätzlich sind bei der Ernährungsform Metabolic Balance alle Nahrungsmittel in Kategorien eingeteilt (beispielsweise Obst, Gemüse, Geflügel, Fleisch, Meeresfrüchte, Fisch usw.). Bei jeder Mahlzeit kombinierst du ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel mit einem eiweißhaltigen Lebensmittel. Die Mengen sind für dich individuell festgelegt. Dazu darfst du eine ebenfalls festgelegte Menge Roggen-Knäckebrot oder Roggen-Vollkornbrot und Obst einer Sorte essen.

Alle Lebensmittel, Mengen und Kombinationen ermittelt das Programm für dich persönlich ermittelt. Die strenge Umstellungsphase dauert mindestens zwei Wochen. Während der Vorbereitungs- und strengen Umstellungsphase ist der Verzehr kohlenhydrathaltiger Lebensmittel (Brot, Nudeln, Kartoffeln) stark eingeschränkt und basiert auf einer Low-Carb Ernährung. Auf Alkohol solltest du ganz verzichten, Fett ist in der Anfangsphase ebenfalls weitgehend gestrichen.

Die gelockerte Phase

Im Anschluss beginnt die gelockerte Phase von Metabolic Balance. Jetzt sind mehr Lebensmittel erlaubt. Du hast in der strengen Umstellungsphase eigene Erfahrungen gemacht – nun kannst du das gewonnene Wissen, wie sich die neue Ernährung auswirkt, selbst anwenden: Du findest in dieser Phase die Nahrungsmenge und die Kombinationen, die für dich richtig sind. Einmal pro Woche darfst du den Diätplan unterbrechen und essen, worauf du Lust hast. Dieser Verstoß wird sogar deutlich empfohlen.

Aber Vorsicht mit Lebensmitteln, die nicht im Diätplan aufgeführt sind – Experimente sind erlaubt, dein Körper zeigt dir, was du verträgst und was nicht. Alle Nahrungsmittel sollen möglichst naturbelassen sein. Außerdem spielt die sogenannte Glykämische Last eine Rolle.

Die Erhaltungsphase

In der Erhaltungsphase festigen sich die Grundregeln. Zusätzliche Bewegungseinheiten ergänzen das Metabolic Balance Programm. Du kannst das Programm jederzeit neu starten und wiederholen. Das Ziel ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung sowie ein verbesserter Stoffwechsel.

Auf dieser Zielsetzung basiert auch das Grundprinzip von Metabolic Balance. Lebensmittel mit einem niedrigen Glykämischen Index stehen im Vordergrund. Die Nährstoffe setzen sich zusammen aus 45 Prozent, Kohlenhydrate, 35 Prozent Fett und 20 Prozent Proteine. Wasser ist das Hauptgetränk: Das Programm sieht täglich eine Wasserzufuhr von 30 bis 35 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht vor.

Übrigens: Am Programm Metabolic Balance kannst du auch online teilnehmen. Eine gute Anlaufstelle findest du hier: Die Webseite [metabolic-balance.com] bietet dir die Möglichkeit, dich zu informieren und anzumelden.

Acht einfache Regeln, die bei Metabolic Balance wichtig sind

Ab der zweiten Phase gelten acht Regeln, die täglich zu befolgen sind. Versuche, dich so gut wie möglich daran zu halten, um den Erfolg nicht zu gefährden.

  • Jeden Tag sind drei Mahlzeiten erlaubt, die sich nach der individuellen Lebensmittelauswahl richten.
  • Zwischen den Mahlzeiten muss eine Pause von mindestens fünf Stunden eingehalten werden. Zwischengerichte und Snacks sind nicht erlaubt. Dadurch kannst du Heißhungerattacken erfolgreich vermeiden.
  • Die Dauer einer Mahlzeit darf nicht mehr als eine Stunde betragen.
  • Jedes Essen beginnt mit ein bis zwei Bissen, die Eiweiß enthalten. Das soll angeblich diejenigen Verdauungsenzyme aktivieren, die Eiweiß spalten können. Erst im Anschluss darfst du Kohlenhydrate essen, dadurch soll die Insulinproduktion erst mit zeitlicher Verzögerung eintreten. Auch dieser Mechanismus verhindert Heißhunger.
  • Pro Mahlzeit ist nur eine Eiweißart erlaubt.
  • Bei den drei täglichen Mahlzeiten müssen die Eiweißarten wechseln.
  • Die letzte Mahlzeit des Tages nimmst du spätestens um 21 Uhr zu dir.
  • Viel Wasser trinken ist Pflicht: Die Regel besagt, dass pro kg Körpergewicht 30 - 35 ml Wasser sinnvoll sind. Das macht bei normalgewichtigen Personen bereits zwei bis drei Liter. Kaffee und Tee sind nur zu den Mahlzeiten oder kurz danach erlaubt.
  • Jeden Tag steht ein Apfel auf dem Speiseplan.

Welche Vorteile hat die Ernährungsform Metabolic Balance?

Grundsätzlich spricht aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nichts gegen Metabolic Balance. Die Ernährungsweise ist ausgewogen und enthält die Komponenten Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett im richtigen Verhältnis. Du nimmst gesunde und unverarbeitete Lebensmittel zu dir. Mit der Diät verzichtest du auf Nahrungsmittel, die industriell bearbeitet sind.

Viel frisches Gemüse und Obst, dazu in einem sinnvollen Maß Fleisch und Fisch sowie Sättigungsbeilagen wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln stellen eine gut verträgliche Mischkost dar. Nachdem Zwischenmahlzeiten und Snacks entfallen, entwickelst du wieder ein gesundes Gefühl für Hunger und Sättigung.

Metabolic Balance kannst du in der Erhaltungsphase langfristig anwenden, also auch nach der dreimonatigen Zeit, die das Grundprogramm normalerweise dauert. Die Ernährung führt nicht zu Mangelerscheinungen. Der gefürchtete Jojo-Effekt bleibt dann aus, wenn du die Grundsätze der Ernährungsumstellung verinnerlicht hast und weiterhin beachtest.

Während des Programms sind ja bereits „Ausreißertage“ erlaubt. Für einen bewussten Umgang mit deiner Ernährung ist das ein wesentlicher Faktor. Du kannst dir an einem Tag pro Woche erlauben, das zu essen, worauf du Lust und Appetit hast. Günstig zum Beispiel, wenn du eingeladen bist! Danach kehrst du einfach zu deiner gewohnten Metabolic-Balance-Diät zurück.

Die Ernährungsform inklusive Betreuung und Beratung bietet dir viele flexible Rezepte. Du kannst das Programm ohne weiteres mit deinen beruflichen oder sonstigen Verpflichtungen vereinbaren. Beratung und Rezepte gibt es nach Anmeldung online oder als App. Du findest aber auch in vielen Städten deinen persönlichen Betreuer vor Ort.

Nachteile und Kritik: Metabolic Balance auf dem Prüfstand

Ob sich bestimmte Blutwerte tatsächlich aufgrund der Diät verbessern, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Leider fehlen gesicherte Studien, die die Wirksamkeit belegen. Die Erfinder von Metabolic Balance behaupten, dass sich die Ernährungsform bei einigen Krankheiten günstig auswirkt. Metabolic Balance soll positive Wirkungen bei typischen Stoffwechselkrankheiten haben, zum Beispiel Gicht.

Empfehlenswert ist in solchen Fällen jedenfalls eine Rücksprache mit deinem persönlichen Arzt. Die günstige Wirkung bei Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist ebenfalls nicht nachgewiesen. Sicher ist jedoch: Die intensive Beschäftigung mit gesunden Lebensmitteln und die Zubereitung frischer, unbehandelter Zutaten schärft das Bewusstsein – ein positiver Effekt ist deshalb durchaus erkennbar.

Als Nachteil sind die relativ hohen Kosten zu nennen. Für eine Analyse, den Bluttest und den darauf folgenden dreimonatigen Ernährungsplan sind bis zu 400 Euro fällig. Zusatzleistungen kosten oft extra, das kann zum Beispiel bei integrierten Sportprogrammen der Fall sein.

Vorsicht gilt auch bei der Suche nach dem geeigneten Betreuer. Nicht alle Unternehmen und Institute, die Metabolic Balance anbieten, beschäftigen tatsächlich Ärzte, Heilpraktiker oder Ernährungswissenschaftler. Selbst das Hauptunternehmen, die Metabolic Balance GmbH, bildet in eigenen Schulungen Interessenten ohne Vorkenntnisse zu „Betreuern“ aus. Experten kritisieren, dass mit einer solchen Kurzausbildung keine fundierte Ernährungsberatung möglich sei.

Metabolic Balance – ein guter Weg zum Wohlfühlgewicht?

Metabolic Balance kann empfehlenswert für alle sein, die auf gesunde Art und Weise ihr Essverhalten ändern möchten. Dass dabei die Pfunde purzeln, ist eine angenehme Begleiterscheinung. Ob sich der Stoffwechsel tatsächlich beschleunigen lässt, ist aus Expertensicht umstritten. Aber die Ernährungsumstellung hat positive Wirkungen. Du isst bewusster und fühlst dich in deinem Körper wohl!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.