Diäten im Test

Die Fit-for-Life-Diät – Eine gefährliche Trennkostdiät oder Wundermittel zum Abnehmen?

Die Fit-for-Life-Diät – Eine gefährliche Trennkostdiät oder Wundermittel zum Abnehmen?

(Low Carb Kompendium) – Es gibt unzählige Diäten und Ernährungsprogramme – nicht wenige davon sind massiv ungesund oder wenigstens umstritten. Die heutige Diät gehört zu den Ernährungsumstellungen, die es wenigstens kritisch zu hinterfragen gilt. Die Rede ist von der Fit-for-Life-Diät.

Wer hat die Fit-for-Life-Diät entwickelt?

Die Fit-for-Life-Diät wurde von dem US-amerikanischen Ehepaar Harvey und Marilyn Diamond bereits im Jahre 1985 veröffentlicht. Der Name dieser Diät basiert auf dem gleichnamigen Buch. Harvey Diamond ein US-amerikanischer Schriftsteller und mittlerweile Direktor der Abteilung für Ernährung des internationalen Gesundheitssystems in Santa Monica, Kalifornien.

Zudem hält er Vorträge und gibt Kurse im Bereich der Ernährungslehre. Seine Kenntnisse hat er sich autodidaktisch beigebracht und las sich sein Fachwissen über Ernährung in der Medizinbibliothek eines Freundes an. Grund seines Interesses an einer gesunden Ernährungsweise war der frühe Tod seines Vaters, der an Magenkrebs verstarb.

Seine (Ex-) Frau Marilyn Diamond ist eine studierte Ernährungswissenschaftlerin und Tochter eines Molekularbiologen. Schon ihr Leben lang forschte sie im Bereich der verschiedenen Ernährungstheorien und der Funktionsweise des menschlichen Körpers. Sie hält regelmäßige Vorträge im Bereich des Anti-Agings.

Was ist die Fit-for-Life-Diät?

Die Fit-for-Life-Diät ist eine Trennkostdiät, die auf dem Prinzip der Rohkost basiert, jedoch tierische Nahrung nicht gänzlich ausschließt. Im Vordergrund steht die Gesundung bzw. die Gesunderhaltung des Körpers durch die sogenannte Natural Hygiene Lehre.

Mittels der natürlichen Elemente Ruhe, Schlaf, Bewegung, Nahrung, Sonne, Luft, Wasser und Liebe soll der Körper sich nicht nur selbst heilen, sondern auch die körpereigenen Kräfte aktivieren um sich selber zu reinigen. Auch die Fit-for-Life-Diät folgt der nicht wissenschaftlichen belegbaren These der sogenannten giftigen Schlacken im Körper, die durch eine bestimmte Ernährungsweise ausgeführt werden können.

Wie wird die Fit-for-Life-Diät durchgeführt?

Die Fit-for-Life-Diät basiert auf vier Grundsätzen, die es durchgehend zu beachten gilt. Der erste Grundsatz basiert auf der Theorie, dass der Körper natürlichen Kapazitäten unterliegt. Diese sollen in drei Zyklen unterteilt sein. Der Körper soll angeblich von 12:00 Uhr bis 20:00 Uhr bereits sein, Nahrung aufzunehmen.

Ab 20:00 Uhr bis 4:00 Uhr früh für die Verwertung der Makronährstoffe und Mikronährstoffe konzipiert sein und von 4:00 Uhr in der Früh bis mittags um 12:00 Uhr mit der Ausscheidung der Stoffwechselprodukte, der sogenannten Schlacken, ausgerichtet sein.

Insbesondere im Entschlackungszyklus zwischen 4:00 Uhr früh und mittags 12:00 Uhr soll keinerlei Nahrung aufgenommen werden. Der These nach führt eine Nahrungsaufnahme in dieser Phase zu einer Überlastung des Körpers und damit zu Übergewicht.

Der zweite Grundsatz sieht die Art der Nahrung vor, die gegessen werden darf. Hier wird unter anderem der Aufbau bzw. die Zusammensetzung des menschlichen Körpers als Grundlage genommen. Da der Mensch zu 70 % aus Wasser besteht, sollen die optimalen Lebensmittel 70 % Wasser enthalten. Dadurch soll es dem Körper ermöglicht werden, mittels dem Transportmittel Wasser entsprechende Schhlacken aus dem Körper zu spülen und die Nährstoffe optimal im Körper zu verteilen.

Die Grundlage des dritten Grundsatzes unterliegt den Theorien der Hay’schen Trennkost. Diese Theorie besagt, dass die einzelnen Makronährstoffe, wie Proteine, Kohlenhydrate und Fette von Menschen bei gleichzeitiger Aufnahme nicht optimal verdaut werden können.

Da eine Verdauung nicht vernünftig gewährleistet werden soll, verbleiben die entsprechenden Nahrungsmittel länger im Verdauungstrakt und durch Fäulnis- sowie Gärungsprozesse entstehen Gifte, die dem Körper schaden.

Der letzte Grundsatz bzw. die letzte These basiert auf der Idee, dass der Mensch ein sogenannter Frugivore ist. Eine extreme Form dieser These ist vielen vielleicht durch Steve Jobs bekannt, der ein sogenannter Fruktarier war. Um einer Übersäuerung des Körpers vorzubeugen soll viel Obst und Gemüse gegessen werden, was als lebendige Nahrung bzw. Sonnenkost definiert wird.

Jedoch soll Obst nicht mit anderen Lebensmitteln verzerrt werden, da sonst das Obst im Magen verbleiben soll und nicht in den Darm gelangt, bis die anderen Lebensmittel verdaut sind. Neben viel Obst und Gemüse soll destilliertes Wasser getrunken werden, da die Mineralstoffe im Wasser angeblich nicht verwertet werden können und als Schlacken im Körper verbleiben.

Warum ist die Fit-for-Life-Diät ungesund?

Die Fit-for-Life-Diät fußt auf nicht wissenschaftlich haltbaren Thesen und rennt sogar Hirngespinste nach. Die Notwendigkeit Makronährstoffe zu trennen, weil der Körper sie nicht zeitgleich verdauen kann, ist völlig abstrus. Auch die Theorie, dass der Körper unterschiedlichen Zyklen unterliegt, ist nicht haltbar und es gibt keinerlei Nachweise dafür.

Auch die Aufforderung destilliert Wasser zu trinken grenzt schon an vorsätzlicher Körperverletzung. Wer über einen längeren Zeitraum destilliert Wasser trinkt, kann seinen Körper nachhaltig schaden und einen Mangel an Mineralstoffen herbeiführen. Grundsätzlich basiert die komplette Fit-for-Life-Diät auf pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen.

Wann kann die Fit-for-Life-Diät durchgeführt werden?

Von der Fit-for-Life-Diät ist zu jedem Zeitpunkt abzuraten und sollte nicht durchgeführt werden. Zwar können der hohe Gemüseanteil und der Verzehr von Obst als positiv angesehen werden, jedoch für die Fit-for-Life-Diät unweigerlich zu einer Unterversorgung von Nährstoffen.

Was sind die Alternativen zur Fit-for-Life-Diät?

Eine ausgewogene Low-Carb Ernährung ist die bessere Alternative zur Fit-for-Life-Diät. Hier kann langfristig die Ernährung umgestellt werden, ohne dass man kompliziert Kalorien zählen muss. Wer sich nicht moderat Low-Carb ernähren möchte, kann auch auf eine ausgewogene Mischkost zurückgreifen mit einem hohen Anteil an Gemüse. Die Fit-for-Life-Diät sollte jedoch unter gar keinen Umständen durchgeführt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.