Diäten im Test

FdH-Diät (Friss die Hälfte) – Kann abnehmen so einfach sein?

FdH-Diät (Friss die Hälfte) – Kann abnehmen so einfach sein?

(Low Carb Kompendium) – Der Kampf gegen das Übergewicht scheint ganz einfach zu sein – einfach weniger essen und die Pfunde purzeln von ganz alleine. „Iss nicht so viel, dann nimmst Du auch ab!“.  Diesen Satz hast du vielleicht auch schon gehört.

Umgangssprachlich wird denn auch schon gerne einmal ganz deutlich von FdH oder auch Friss die Hälfte gesprochen. Doch reicht es wirklich aus die Portionen zu halbieren, um wirklich dauerhaft abzunehmen, ohne Jojo Effekt?

Wie schaut es mit den langfristigen Erfolgen aus und wie gesund ist die FdH-Diät überhaupt? Schauen wir uns eine der bekanntesten Diäten überhaupt einmal genauer an.

So funktioniert die FdH-Diät.

Im Grunde benötigt es keiner größeren Anleitung für die FdH-Diät. Du musst auf nichts verzichten und kannst im Grunde alle Lebensmittel verzehren wie vor deiner Diät auch. Es gilt einfach, nur sämtliche aufgenommene Nahrung um die Hälfte zu reduzieren. Hast du also vorher am Tag eine Tafel Schokolade gegessen so darf es jetzt noch eine halbe Tafel Schokolade sein.

Hast du früher zwei Brötchen zum Frühstück gegessen gilt es eben nur noch ein Brötchen zum Frühstück zu verputzen. Die tägliche Kalorienaufnahme wird einfach um 50 % reduziert ungeachtet der jeweiligen Nahrungsmittel oder der Ernährungsform.

Du musst dich also wieder Low-Carb ernähren, noch Low-Fat oder besonders proteinreich. Auch ein Kalorienzählen oder das abwiegen von Lebensmitteln entfällt bei der FdH-Diät.

Frist die Hälfte ist also nicht nur Name, sondern auch tatsächlich Programm. Neben der deutlichen Reduktion der Nahrungsaufnahme sollte bei der FdH-Diät zusätzlich viel Mineralwasser getrunken werden. Zwischen 2 l und 5 l Wasser am Tag gilt es aufzunehmen.

Neben einer erhöhten Flüssigkeitsaufnahme gilt es auch bei der FdH-Diät die Gewichtsabnahme mit zusätzlichen Bewegungseinheiten bzw. das Abnehmen mit Sport zu unterstützen.

Vorteile der FdH-Diät

Der große Vorteil der FdH-Diät ist sicher die einfache Handhabung bzw. die simple Durchführung. Bei Friss die Hälfte muss man sich schließlich nicht viele Gedanken machen, wie viel man isst und was man isst. Nichts ist verboten und alles ist erlaubt.

Egal ob man sich ein Stück Kuchen geben möchte, in einem Fast Food-Restaurant einkehrt oder sich an sonstigen Lebensmitteln bedient. Einzig und alleine die Portionen gilt es zu halbieren. Eine größere Vorbereitung ist nicht vonnöten und auch finanziell benötigt man keinerlei Kraftanstrengungen. Einfach loslegen und die Diät ist im vollen Gange.

Zudem ist die FdH-Diät auch unabhängig von gesellschaftlichen Konventionen oder Anlässen durchführbar. Egal ob man mit Freunden ins Restaurant geht, zu Feierlichkeiten eingeladen ist oder auf Arbeit in der Kantine seine Nahrung aufnimmt. Zu keinem Zeitpunkt muss man sich einschränken oder auf etwas verzichten es gilt einfach, nur die Nahrung zu reduzieren.

So fällt es im Umfeld auch nicht auf, dass man auf Diät ist und man kann sich mitleidigen Blicken ganz schnell entledigen. Statt zu sagen man sei auf Diät reichen die Worte: „Ich bin satt.“.  Auch die Uhrzeit der Nahrungsaufnahme ist absolut egal und selbst Alkohol ist bei der FdH-Diät nicht tabu.

Nachteile der FdH-Diät

Einfach die Nahrung, um die Hälfte zu reduzieren, mag simpel klingen und erfolgversprechend sein. Sind wir jedoch ehrlich hat das mit einer vernünftigen Ernährungsumstellung wenig zu tun. Ein echten Lerneffekt für eine gesunde Ernährung gibt es bei der FdH-Diät nicht.

Es gibt keinerlei Gründe sich mit einer ausgewogenen Kost zu beschäftigen und darauf ist die FdH-Diät auch nicht ausgelegt. Zwar strebt nicht jeder eine gesunde Ernährung an jedoch kann es bei friss die Hälfte auch schnell zu einem Mangel an wichtigen Nährstoffen kommen.

Hat man sich schon vorher und ausgewogen ernährt kann bei einer Reduzierung der Nahrungsaufnahme zusätzliche lebensnotwendige Makronährstoffe und Mikronährstoffe fehlen. Insbesondere wenn durch die Halbierung der Nahrungsaufnahme die Energieaufnahme unter einen kritischen Punkt fällt.

Da eine Reduktionsdiät auch immer Stress für den Körper bedeutet ist es zwingend notwendig einen Blick auf die verschiedenen Vitamine, Spurenelemente, essenziellen Fettsäuren und auch auf die sekundären Pflanzenstoffe zu achten. Ansonsten kann es bei der FdH-Diät zu schweren gesundheitlichen Schäden bzw. zu einer Mangelernährung kommen.

Ein weiterer großer Nachteil ist, dass die vorherige Nahrungsaufnahme gerne unterschätzt wird. Friss die Hälfte bedeutet nicht immer unbedingt auch im Anschluss friss die Hälfte. Es ist gut möglich, dass man trotzdem deutlich mehr ist als diese Diätform es vorgibt.

Jedoch kann das Pendel auch auf die andere Seite ausschlagen. Die gewählten Portionen können deutlich zu klein sein und man wird während der Diätphase ständig mit Hunger geplagt. Der Körper fordert seine Nährstoffe und ständige Fressattacken und damit Rückfälle sind die Folge. Ein Jojoeffekt ist damit eindeutig vorprogrammiert und ein Abnehmen ohne Hunger kaum möglich.

Die FdH-Diät abwandeln

Wer keine Lust hat sich einzuschränken und grundsätzlich weiterhin alles essen möchte der kann eine modifizierte Form der FdH-Diät durchführen. Anstatt alle Lebensmittel zu halbieren konzentriert man sich in erster Linie auf Lebensmittel, die einem gesunden Lifestyle und einer positiven Gewichtskontrolle abträglich sind.

Statt also vor dem Fernseher die komplette Tüte Chips zu essen gibt es immer noch die halbe Tüte. Und wenn man vorher jeden Abend sich genussvoll eine komplette Tafel Milka Schokolade gegeben hat, so gilt es hier nur noch die halbe Tafel zu essen. Gleichzeitig behält man aber die Menge an gesunden Lebensmitteln bei oder verdoppelt diese im Fall von Gemüse sogar.

So kann man sich weiterhin satt essen und die gleichen Mengen verputzen bei einer deutlichen Reduzierung der Gesamtmenge an Kalorien. Eine weitere Möglichkeit wäre es eine modifizierte Low-Carb Ernährung durchzuführen. Man prüft einige Tage lang zum Einstieg wie viele Kohlenhydrate man täglich verzehrt.

Diese Menge an Kohlenhydrate wird rigoros halbiert und die zuvor an Lebensmitteln entsprechend angepasst. Dies führt man einige Zeit lang durch und halbiert dann bei Bedarf erneut die Kohlenhydratmenge. So begibt man sich sanft in eine Low-Carb Ernährung und findet seinen eigenen Setpoint für die erfolgreiche Gewichtsabnahme.

Eine weitere Möglichkeit wäre es nur zu bestimmten Tageszeiten die Nahrungsaufnahme zu halbieren. Bedeutet morgens und mittags isst man normal und zum Abendessen reduziert man seine Portionen auf die Hälfte. Da die meisten Menschen aufgrund der Berufstätigkeit in den Abendstunden vermehrt Essen, kann es hier schon zu einer positiven Gewichtsentwicklung kommen.

Die FdH-Diät – das Fazit

Die FdH-Diät ist für eine dauerhafte Ernährungsform definitiv nicht geeignet. Sie kann zu einer Mangelernährung führen und bietet keinerlei Unterstützung bei einer echten Ernährungsumstellung an. Der Rückfall in alte Essgewohnheiten ist ständig gegeben und ein notwendiger Lerneffekt ist oftmals nicht vorhanden.

Für Menschen mit starkem Übergewicht sollte eine andere Form der Diät gewählt werden. Sollte man jedoch nur einige Kilo zu viel auf den Rippen haben und man möchte nur eine kurzfristige Reduktionsdiät durchführen, kann die FdH-Diät ein Mittel zur Wahl sein.

Auch um das eigene Mengenempfinden neu zu justieren kann eine kurzfristige Friss die Hälfte Zeitspanne hilfreich sein. Insbesondere nach Feiertagen oder eventuellen Urlaubszeiträumen in denen man etwas maßloser agierte.

Wer es schafft sowohl die Portionen zu halbieren und gleichzeitig eine gesunde und ausgewogene Kost zu sich nimmt mit allen notwendigen Makronährstoffen und Mikronährstoffen kann sich jedoch an der FdH-Diät probieren.

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