Diäten im Test

Die Budwig-Diät – mit hochwertigem Öl und Eiweiß gegen Krebs

Die Budwig-Diät – mit hochwertigem Öl und Eiweiß gegen Krebs

(Low Carb Kompendium) – Eine langfristige Low-Carb-Ernährung entfaltet auf vielen Ebenen eine positive Wirkung auf die menschliche Gesundheit. Eine seit Jahrzehnten erfolgreich angewandte, von einer angesehenen Wissenschaftlerin entwickelte Ernährungsform auf Basis von Eiweiß und Öl kann sogar das Wachstum von Krebszellen hemmen und die Heilung von Tumorerkrankungen unterstützen.

Die Budwig-Diät setzt auf wertvolle Fettsäuren und pflanzliche Lebensmittel in ihrer natürlichsten Form.

Was ist die Budwig-Diät?

Die Budwig-Diät geht auf die Forschungsarbeit der deutschen Biochemikerin und Apothekerin Dr. Johanna Budwig zurück, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts intensiv mit dem Einfluss der Ernährung auf das Wachstum und den Stoffwechsel von Krebszellen auseinandersetzte.

Im Zuge ihrer Arbeit entwickelte sie die sogenannte Öl-Eiweiß-Kost, die heute unter dem Begriff „Budwig-Diät“ auch auf internationaler Ebene bekannt ist. Sie findet in erster Linie als alternative begleitende und unterstützende Therapie bei Krebspatienten Anwendung.

Elemente oder eine weniger strenge Form der Öl-Eiweiß-Kost sind aufgrund des hohen Anteils wertvoller ungesättigter Fettsäuren und des Verbots schwer verdaulicher, industriell gefertigter oder kohlenhydrathaltiger Nahrungsmittel auch im Rahmen einer gesunden Low-Carb-Ernährung wie zum Beispiel Low-Carb High-Quality einfach umsetzbar.

Die Budwig-Diät ist mit der sogenannten Ketogenen Diät eng verwandt, die bei vielen chronisch-entzündlichen Erkrankungen deutliche Behandlungserfolge erzielt.

Ursprung und wissenschaftliche Grundlagen der Budwig-Diät

Johanna Budwig forschte bereits in den frühen Fünfzigerjahren intensiv an der Auswirkung von Fettsäuren auf die Entstehung und den Verlauf verschiedener Krankheiten und publizierte ihre Arbeit in mehreren Büchern. Zu ihren bekanntesten frühen Werken zählt „Das Fettsyndrom“, in dem sie den durch bestimmte Ernährungsgewohnheiten positiv beeinflussten Stoffwechsel in Bezug auf die Heilung von Krankheiten wie Diabetes, Autoimmunerkrankungen und Arthrose dokumentierte.

Aufgrund ihrer Erkenntnisse absolvierte Budwig im Jahr 1966 eine Ausbildung zur Heilpraktikerin und begann ihre Arbeit an einer Ernährungsform, die Tumorzellen ihre Lebensgrundlage entziehen sollte. Als wissenschaftlicher Ausgangspunkt und Anstoß diente ihr die sogenannte Warburg-Hypothese, die auf den deutschen Arzt und Nobelpreisträger Otto Warburg zurückgeht.

Die Warburg-Hypothese basiert auf den Beobachtungen des Wissenschaftlers, dass Krebszellen die benötigte Energie für ihr Wachstum aus der Milchsäuregärung von Glucose gewinnen. Obwohl die Warburg-Hypothese schon seit den 1920er-Jahren die Grundlage unterschiedlicher, teilweise sehr erfolgreicher ganzheitlicher Behandlungsansätze bei Krebspatienten bildete, konnte sie erst im Jahr 2006 im Rahmen einer Forschungsreihe in Jena bestätigt und erklärt werden.

Zentrale Elemente der Budwig-Diät

Die Öl-Eiweiß-Kost basiert, wie ihr Name bereits verrät, auf einer Ernährungsform, bei der dem Verzehr hochwertiger Fette und Proteine eine zentrale Rolle zukommt. Durch eine hohe Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren in Kombination mit schwefelhaltigem Eiweiß soll sich im Organismus eine krebshemmende Wirkung entfalten.

Während gesunde Körperzellen ihren Energiebedarf neben verschiedenen Nährstoffen vor allem durch die Zufuhr von Sauerstoff decken, gewinnen Krebszellen ihre Energie im Rahmen von anaeroben, also sauerstofffreien Stoffwechselprozessen.

Befürworter der Budwig-Diät gehen davon aus, dass die Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren und schwefelhaltigen, eisenreichen Proteinen dazu führen kann, dass die Krebszellen für die Gewinnung ihrer Energie wieder Sauerstoff aufnehmen und sich dadurch in gesundes Körpergewebe zurückverwandeln. Gleichzeitig sorgen die in den ungesättigten Fettsäuren enthaltenen Antioxidantien für eine umfassende Entgiftung der Zellen und können als deren lebensnotwenige Bausteine optimal verwertet werden.

Die Budwig-Diät richtig umsetzen

Der wichtigste Bestandteil der Öl-Eiweiß-Kost ist der Budwig-Quark, der in verschiedenen Varianten in den täglichen Speiseplan integriert wird. Er wird aus etwa hundert Gramm Magerquark, zwei oder drei Esslöffeln Leinöl, etwas Milch und Honig zubereitet und kann mit naturbelassenem Frucht- oder Beerenmus, Sanddornsaft und anderen direkt gepressten Säften verfeinert werden.

Auch alle Nüsse mit Ausnahme von Erdnüssen bieten sich als Zutaten für den Budwig-Quark an. Zusätzlich zu diesen täglichen Mahlzeiten stehen rohes oder schonend gedämpftes, idealerweise saisonales Gemüse, möglichst viel Rohkost und Salat sowie Gerichte mit Vollwertgetreide, vor allem Buchweizen, auf dem Speiseplan. Als Ersatz für Butter und Brotaufstriche hat Dr. Johanna Budwig das sogenannte Oleolux entwickelt, das aus Leinöl, Kokosöl sowie darin gerösteten Zwiebeln und Knoblauch hergestellt wird.

Milchsauer vergorene oder direkt gepresste Säfte und warmer Kräutertee, über den Tag verteilt getrunken und bei Bedarf mit naturbelassenem Honig gesüßt, sorgen für die notwendige Flüssigkeitszufuhr. Eine tägliche Tasse Schwarztee ist erlaubt, sollte aber nur im Laufe des Vormittags getrunken werden.

Worauf ist bei der Budwig-Diät zu achten?

Im Rahmen der Budwig-Diät wird auf Basis der oben genannten Lebensmittel ein überwiegend pflanzlicher und leicht verdaulicher Speiseplan zusammengestellt. Butter sollte ebenso vermieden werden wie Fisch und Fleisch sowie daraus hergestellte Produkte wie Wurstwaren oder Pasteten.

Besonders wichtig ist der konsequente Verzicht auf alle industriell hergestellten Nahrungsmittel wie Fertig- und Tiefkühlgerichte, Nudeln, Backwaren, Konserven, Margarine, verarbeitete Pflanzenöle sowie Zucker in jeglicher Form.

Daher wird Menschen, die die Budwig-Diät als Stütze einer Krebstherapie umsetzen, auch empfohlen, von Süßigkeiten, Fertigsaucen, Limonaden und Säften aus Konzentrat sowie abgepackten aromatisierten Milchprodukten wie etwa Fruchtjoghurt oder Joghurtdrinks Abstand zu halten.

Positive Wirkung der Budwig-Diät

Seit den Sechzigerjahren weisen unzählige positive Erfahrungsberichte von Krebspatienten darauf hin, dass die konsequent durchgeführte Budwig-Diät den Behandlungserfolg unterstützen und eine Heilung begünstigen kann. Dies liegt in erster Linie am Leinöl, das von Dr. Johanna Budwig im Zuge ihrer Analysen als jenes Öl mit dem höchsten Gehalt an essentiellen ungesättigten Fettsäuren bewertet wurde.

Damit diese stark antioxidativ wirkenden Nährstoffe vom Körper optimal verwertet werden können, wird das Leinöl immer in Kombination mit dem Quark verzehrt, denn Budwig fand im Zuge ihrer Forschungen heraus, dass zwei im Quark enthaltene schwefelhaltige Aminosäuren durch ihre positive Ladung die negativ geladenen Fettsäuremoleküle des Leinöls stabilisieren und dadurch deren Wirkungspotential erhöhen.

Dadurch gelangen sie in natürlicher Form in den Organismus und können von den Zellen vollständig aufgenommen werden, um geschädigtes Gewebe zu reparieren. Allerdings hat bereits Dr. Johanna Budwig immer wieder betont, dass die von ihr entwickelte Ernährungsform Krebs-Patienten dabei unterstützen soll, das energetische Gleichgewicht im Organismus wiederherzustellen und nur dann deutliche Erfolge zeigen kann, wenn die Betroffenen auch Änderungen belastender Lebensumstände durchführen.

Daher wird die Budwig-Diät heute von Alternativmedizinern und Heilpraktikern meist mit anderen Heilverfahren, Meditation, Bewegungsprogrammen, Licht- und Gesprächstherapien kombiniert, um alle Lebensbereiche in die Behandlung miteinzubeziehen und die ganzheitliche Gesundheit von Körper und Seele wiederherzustellen.

Nachteile der Öl-Eiweiß-Kost nach Budwig

Wie jeder alternativmedizinische Therapieansatz und jede spezifische Ernährungsform kennt auch die Budwig-Diät Befürworter ebenso wie Gegner. Viele Onkologen der Schulmedizin stellen ihre heilende Wirkung in Frage oder geben zu bedenken, dass sich durch den konsequenten Verzicht bestimmter Lebensmittel möglicherweise Mangelerscheinungen und ein Gewichtsverlust einstellen, die für viele Krebspatienten gerade während einer Chemotherapie eine zusätzliche körperliche Belastung darstellen können.

Dies gilt besonders für die ausdrückliche Empfehlung durch Johanna Budwig und ihre Anhänger, Fleisch und Fisch vom Speiseplan zu streichen. Dieses Verbot begründen ganzheitliche Mediziner, die ihren Patienten die Budwig-Diät vorschlagen oder verordnen, damit, dass diese Lebensmittel hohe Mengen an Chemikalien und Hormonen aufweisen, die einen intakten Stoffwechsel und damit verbunden den Heilungsprozess blockieren.

Einige Krebsspezialisten, darunter auch der Budwig-Schüler Lothar Hirneise, hat wiederholt darauf hingewiesen, dass sich eine wirksame Anti-Krebs-Diät nicht auf den Verzehr mehrfach ungesättigter Fettsäuren beschränken, sondern auch einer ausreichenden Zufuhr anderer stark antioxidativ wirkender Lebensmittel Beachtung schenken sollte.

Individuelle Anwendbarkeit der Budwig-Diät

Auch wenn die Budwig-Diät in erster Linie als unterstützende Therapie von Krebspatienten entwickelt wurde, beinhaltet sie doch einige Ansätze, die sie als gesunde Low-Carb-Ernährung durchaus interessant machen.

Dass Krebs und viele andere systemische Erkrankungen neben genetischen Faktoren und negativen Umwelteinflüssen auch von falschen Ernährungsgewohnheiten, insbesondere von einer stark kohlenhydrat- und zuckerreichen Ernährung ausgelöst werden, gilt heute als unumstritten. Daher kann der von Dr. Johanna Budwig empfohlene konsequente Verzicht auf industriell hergestellte Lebensmittel, Zucker und wertlose Kohlenhydrate Deine Gesundheit in jedem Fall langfristig stärken.

Es besteht kein Zweifel darin, dass schonend gegartes oder rohes Gemüse, frisches Obst und hohe Mengen hochwertiger pflanzlicher Öle nicht nur die Zellen vor negativen Umwelteinflüssen und Oxidationsprozessen schützen, sondern auch viele lebensnotwendigen Nährstoffe in hoher Bioverfügbarkeit zur Verfügung stellen.

Der äußerst gesunde Budwig-Quark, verfeinert mit dem Lieblingsobst, eignet sich für Low-Carb-Anhänger zudem als schmackhafter und nährstoffreicher Ersatz für das kohlenhydratreiche Müsli oder Frühstücksbrötchen – und senkt möglicherweise ganz nebenbei mit jeder Portion Dein Risiko, lebensbedrohliche Krankheiten zu entwickeln.

One Comment

  1. Freue mich sehr über diesen Artikel. Habe das „Budwig-Prinzip“ vor Jahren durch meinen Hausarzt bereits kennengelernt, und mich schon paar Male gefragt, warum das hier in der FB-Gruppe noch gar nicht so gängig ist. Der Quark mit dem Leinöl schmeckt super und sättigt vor allem sehr gut. Wenn´s dann noch gesund ist und „sche macht“…umso besser. 🙂
    Dankeschön, Bettina

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