Kräuter & Pflanzen

Aloe Vera: Wirkung und Verwendung der Wunderpflanze

Aloe Vera wird nicht von ungefähr als die Kaiserin der Heilpflanzen bezeichnet. Sie gilt als effektiver Wundheiler, wertvolles Lebenselixier und magischer Jungbrunnen. Schon Alexander der Große soll immer mit einem Bündel der heilenden Wüstenpflanze in die Schlacht gezogen sein. Auch Christoph Kolumbus wusste um die gesundheitsfördernde Wirkung und hatte die fleischigen Blätter bei seinen Seefahrten stets mit an Bord und Kleopatra verdankte nicht zuletzt der kaktusähnlichen Wüstenlilie ihre makellose Haut.
 
Doch was genau ist das Geheimnis der Aloe und welche Anwendungsgebiete und Wirkungsweisen bietet die Pflanze? Hier erfährst du alles rund um Aloe und wo du sie am besten einsetzen kannst.
 
Name: Echte Aloe
Botanischer Name: Aloe Vera
Aussaatzeit: Frühjahr bis Herbst
Blütezeit: Frühling
Erntezeit: Ernte der Blätter nach ca. 5 Jahren
Standort: trockenes Klima, sandiger Untergrund
Herkunft: ursprünglich Arabische Halbinsel, nun verbreitet in Afrika, Vorderasien, Südamerika

Darum ist Aloe Vera so gesund 

Schon seit Jahrtausenden gilt die Aloe Vera als eine Heilpflanze mit wundersamer Wirkung. Das Besondere dabei sind jedoch nicht die mehr als 200 Inhaltsstoffe, welche nachgewiesen wurden, sondern die Wirkung ihrer Kombination. Bemerkenswert ist dabei, dass die Pflanze selbst jene Nährstoffe herstellt, die ihr der trockene Wüstenboden nicht bietet.

Für dich hat das Gel der Wüstenpflanze eine regenerierende Wirkung, befeuchtet deine Haut und kann deine Verdauung regulieren.

Werfen wir einen Blick auf wichtige Inhaltsstoffe der Wüstenpflanze:

  • Mono- und Polysaccharide: entzündungshemmende, antibakterielle und immunstimulierende Wirkung
  • Aminosäuren: Die Aloe Vera enthält mindestens sieben essenzielle Aminosäuren, die unser Körper zur eigenen Synthese benötigt.
  • Enzyme: unterstützende Funktion bei Verdauung und Aufnahme von Zucker, Eiweißen, Fetten
  • Mineralstoffe und Spurenelemente: Eisen, Calcium, Magnesium, Mangan, Selen, Zink und noch viele weitere.
  • Vitamine: Vitamin B1, B2, B6, B9, B12, C, E, Provitamin A
  • Sekundäre Pflanzenstoffe: beispielweise ätherische Öle, die entzündungshemmend wirken oder Salicylsäure, welche Fieber senkt und Entzündungen hemmt

Vorkommen

Ursprünglich kommt die Aloe Vera von der arabischen Halbinsel, heutzutage ist sie in allen tropischen und subtropischen Regionen kultiviert. Heimat findet die Aloe Vera mittlerweile im Mittelmeergebiet, in Indien, auf den westindischen Inseln, den kanarischen Inseln und in Mexiko.

Vegetative Merkmale 

Hierzulande eine Wuchshöhe von einem rund halben Meter erreichen. Sehr alte Pflanzen, die im Freiland stehen können allerdings mehr als 10 Meter hoch werden, ein Umfang von rund drei Metern ist dann keine Seltenheit.
 
Die Wurzeln sind faserig und sehr kräftig. Die langen, schmalen Blätter, die nach vorne hin spitz zulaufen, werden in der Botanik als „fleischig“ bezeichnet. An den Blatträndern befinden sich dornenähnliche Fortsätze. Außerdem sind die Blätter dicht wachsend und meist weit verästelt.
 
Während der Blütezeit, die bei Pflanzen ab einem Alter von drei Jahren beginnt, bilden sich beeindruckende aufrecht stehende, kerzengeraden Blütenstände in den Farben Rot, Orange oder Gelb. Die Aloe Vera gilt im Fachjargon als ganzjährige Sukkulentenpflanze. Der Ausdruck „sukkulent“ bedeutet fleischig, saftig und üppig. Im Botanischen wird sie auch als Fettpflanze bezeichnet.

Systematik

Die Aloe Vera, auch bekannt als Wüstenlilie gehört zur Familie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae). Es existieren zirka 600 Arten. 

Standort und Pflege

Als Wüstenpflanze liebt die Aloe Vera sonniges und warmes Klima. So gedeiht sie besonders gut in tropischen und subtropischen Regionen. Dort wird sie auf großen Farmen angebaut. Doch auch in unseren Breitengraden kannst du Aloe Vera problemlos halten. Im Sommer freut sich die Pflanze über einen warmen und sonnigen Standort: 
  • im Garten
  • auf der Terrasse
  • auf dem Balkon
  • auf der Fensterbank

Da Aloe Vera nicht winterhart ist, empfiehlt sich die Wohnungshaltung oder das Einpflanzen in Blumenkübel, die du im Winter nach drinnen bringen kannst. Außerdem ist die Aloe relativ robust und verträgt auch die trockene Heizungsluft ganz ohne Probleme. Achte darauf, sie regelmäßig zu gießen, allerdings eher mäßig. Sie kann auch über eine längere Zeit trocken stehen. Am wohlsten fühlt sich Aloe Vera bei einer Temperatur zwischen 20 und 25°C.

Einsatzgebiete und Verwendungsmöglichkeiten

Aloe-Zusätze sind vor allem in medizinischem Bereich in Wund- und Heilsalben zu finden. Auch in der Kosmetikindustrie ist die Wunderpflanze schon lange keine unbekannte Größe mehr. So ist Aloe Vera in Produkten wie Shampoos, Gesichtscremes, Bodylotions oder Masken enthalten.

Ihre Beliebtheit verdankt sie ihren wertvollen Inhaltsstoffen. Die besondere Kraft der Pflanze liegt auch in ihrer Eigenschaft, in den kräftigen Blättern bis zu einem Liter Flüssigkeit zu speichern. Die Aloe Vera kann zu folgenden Produkten weiter verarbeitet werden:

  • Aloe-Gel
  • Aloe-Saft

In manchen Aloe-Produkten werden im Bereich der Naturheilkunde auch die Wurzeln mit verarbeitet.

Anwendungsbereiche Aloe-Gel

Das Gel befindet sich im Fruchtfleisch der fleischigen, dicken Blätter der Wüstenpflanze. Es besitzt sowohl wundheilende, als auch kühlende und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften.

So kann es bei Sonnenbrand, leichten Brandwunden, Abschürfungen oder auch bei Juckreiz nach Insektenstichen als Erste-Hilfe Mittel aufgetragen werden. Es findet sich auch oft in Seifen und kühlenden Lotionen.

Aloe Saft – Vorsicht ist geboten!

Der Saft der Aloe wird aus der Blattrinde gewonnen und ist ein zugelassenes Arzneimittel. Das Extrakt ist bekannt dafür, ein wirksames Mittel gegen Verstopfungen oder Darmträgheit zu sein. Dies verdankt er seinem Wirkstoff Aloin, der als abführend gilt. Dennoch musst du ihn sehr vorsichtig dosieren, da er auch schnell das Gegenteil bewirken und zu Durchfall führen kann.

Im schlimmsten Fall kann dies zu Problemen mit deinem körperlichen Wasser- und Elektrolythaushalt führen. Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit raten wir davon ab Aloe Vera Saft einzunehmen. 

Anwendung in der Küche

Auch in der leichten Küche ist die Pflanze ein gern gesehener Gast. Da sie reich an Vitaminen und vielen weiteren wertvollen Inhaltsstoffen ist, gilt sie als gute Ergänzung einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. So kannst du beispielsweise die Blätter schälen und von den stacheligen Enden befreien, panieren und wie ein Schnitzel braten oder frittieren.

Manche Asia- oder Feinkostläden bieten auch schon fertig filetierte Aloe Blätter an. Achte beim Kauf allerdings darauf, dass es sich um Pflanzen aus biologischen Anbau handelt. Aromatischer schmeckt allerdings das frisch geerntete Blatt. So ein Gemüseschnitzel ist eine abwechslungsreiche und gesunde Alternative zu Fleisch und findet auch in der Vegetarischen Küche großen Anklang.

Da der Geschmack der Aloe Vera angenehm leicht und mild ist, lässt sie sich auch prima mit anderen Lebensmitteln, egal ob herzhaft oder süß, kombinieren. So kannst du die saftigen Blattstücke auch als leckere Beilage zu folgenden Gerichten hinzufügen:

  • Pudding
  • Jogurt
  • Quark
  • Müsli
  • Eis
  • Dips
  • Salate

Brätst du sie zusammen mit etwas Knoblauch und Zwiebeln, erhältst du ein köstliches Gemüse, das du je nach Lust und Laune würzen kannst. Auch in einem erfrischenden Smoothie macht sich ein Stückchen Aloe immer sehr gut. Als gesundes Getränk ist die Aloe Pflanze wirklich unschlagbar. So werden die Blätter im Entsafter ein wahrer Power-Drink, den du, zusammen mit anderen Früchten oder Fruchtsaft gemischt, als leckeres Getränk genießen kannst. Der Saft stärkt nicht nur deine Abwehrkräfte, er kurbelt dazu auch noch dein Immunsystem kräftig an.

Unser Tipp:
Du kannst auch ruhigen Gewissens das Gel aus dem Aloe-Blatt erst einmal so probieren, um herauszufinden, mit welchen Lebensmitteln es sich kombinieren lässt. Achte bei der Auswahl der Blätter allerdings darauf, keine Blätter mit gelben Stellen zu verwenden, da diese besonders auf den Inhaltsstoff Aloin hinweisen. Dieser ist nicht nur besonders abführend, sondern schmeckt auch noch unangenehm bitter.

Anwendung zu Heilzwecken

Die Aloe Vera gilt als eine der ältesten Heilpflanzen der Erde. Schon die Indianer wussten ihre heilenden Kräfte zu schätzen. Besonders dem Gel der Aloe werden grundsätzlich folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • wundheilend
  • kühlend
  • regenerativ

Das Aloe Gel, ein gallertartiges Mark aus den Blättern, kann direkt zum Auftragen auf die Haut verwendet werden. Dies hilft bei folgenden Beschwerden:

  • Sonnenbrand
  • leichte Verbrennungen
  • oberflächliche Schürfwunden
  • Hautverletzungen
  • Insektenstiche

Das konservierte Mark kann auch in Cremes oder medizinischen Salben verwendet werden. Hast du selbst eine Pflanze zuhause, schneidest du einfach bei Bedarf ein kleines Stück eines der Blätter ab, holst das Gel heraus und bringst es direkt und unverdünnt auf die verletzte Stelle auf. Da die Schnittstelle des Blattes sehr schnell wieder verklebt, verwächst sich so eine Stelle schnell wieder, ohne dass die Pflanze ernsthaft schaden nimmt.

Allerdings gilt zu beachten, dass deine Pflanze ein Mindestalter von etwa drei Jahren haben muss, denn ab diesem Zeitpunkt kann die Aloe ihre ganze Heilkraft erst vollständig entfalten.

Innerlich angewandt wird der Aloe Vera vor allem eine abführende Wirkung zugeschrieben. Die Frauen einiger tradtionellen Indianerstämme verwenden das Gel auch als menstruationsförderndes Hilfsmittel.

Aloe Vera in der Kosmetik

In der Kosmetikindustrie hat besonders die überragende Fähigkeit zur Feuchtigkeitsspeicherung dazu beigetragen, dass die Aloe Vera einen atemberaubenden Aufschwung in der Kosmetikindustrie verzeichnen kann. So werden unzählige Kosmetika heutzutage mit den Inhaltsstoffen dieser Pflanze angereichert. Nicht nur in der Körperpflege sondern auch auch in der sogenannten dekorativen Kosmetik findet die Wüstenlilie Verwendung. So wird sie unter anderem eingesetzt als

  • Duschgel
  • Seife
  • Sonnenschutzmittel
  • Gesichtscreme
  • Handcreme
  • Badeschaum
  • Waschgel
  • Maske
  • Körperlotion
  • Shampoo

Vorteile der Aloe Vera-Kosmetik

Da Aloe ein reines Naturprodukt ist, wird es in der Regel auch von Allergikern gut vertragen. So ist die Wüstenlilie nicht nur eine ganz besondere Pflanze sondern ein hochwertiges Naturprodukt mit einer Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten im kosmetischen Bereich.

Am effektivsten entfalten sich die Wirkstoffe, wenn du direkt das frisch abgeschnittene Blatt verwendest. Denn hier kommst du direkt an die reinsten Zusatzstoffe dieser Wunderpflanze. Das Gel aus dem Inneren des Blattes kannst du sofort auf Gesicht, Arme, Beine oder Füße aufgetragen werden. Du kannst es bei Bedarf auch mehrmals täglich anwenden. Wichtig ist allerdings, dass das Gel immer komplett in die Haut einzieht.

Fazit

Richtig angewandt ist die Aloe Pflanze tatsächlich so etwas wie ein Wundermittel. So behaupten Anhänger der Naturheilkunde sogar, dass sie Allergien, Asthma und Arthritis auf wundersame Art und Weise heilen kann.

Auch bei Diabetes und Schuppenflechte sollen schon positive Erfolge mit der Pflanze erzielt worden sein. Wir raten dir allerdings, bei solchen Erkrankungen vor der Einnahme, einen Facharzt zu konsultieren. Ist alles das abgeklärt, wünschen wir dir viel Erfolg und Freude mit dem Wundergewächs Aloe Vera.

Aloe Vera in der Übersicht

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