Low Carb Tipps & Tricks

Warum Du dich nicht zum lebenden Mülleimer machen solltest

Warum Du dich nicht zum lebenden Mülleimer machen solltest

(Low Carb Kompendium) – Aus der Kindheit kennst Du sicherlich auch diese Art von Sprüchen wie: „Iss den Teller leer, dann gibt es morgen schönes Wetter“, oder auch: „Woanders hungern die Kinder und hier werfen wir das Essen weg, weil Du nicht aufisst“.

Es erübrigt sich zu sagen, dass diese Floskeln vollkommen überflüssig sind und rein gar nichts am Hunger in der Welt ändern. Im Gegenteil, sie schaden uns und erschweren das Abnehmen. Sie erzeugen schon früh ein schlechtes Gewissen und lassen uns glauben, dass wir schuld am schlechten Wetter oder an hungernden Kindern sind – wie absurd.

Abgesehen von den Schuldgefühlen, konditioniert uns auf diese Weise unsere Umwelt dazu, unsere oft zu vollen Teller leer zu essen und ebnet damit den Weg zu Übergewicht und Adipositas.

Hörst Du erst auf zu essen, wenn der Teller leer ist?

Überlege einmal, ob Du auch zu den Menschen gehörst, die nichts auf ihrem Teller zurücklassen können. Oder vielleicht noch eine Stufe höher – Du kannst Essensreste auf dem Teller deines Mannes bzw. deiner Frau nicht liegen lassen. Auch das, was deine Kinder auf ihren Tellern übrig lassen muss verwertet werden?

Was ist mit den Resten in den Töpfen? Kannst Du die auch nicht wegwerfen, sondern musst sie unbedingt verbrauchen? Wie sieht die Resteverwertung bei dir dann aus?

Viele essen das, was vom Essen auf den Tellern übrig geblieben ist, gnadenlos auf. Diese Menschen schaffen es nicht, die Essensreste in die Mülltonne zu entsorgen. Also werden sie selbst zur „Mülltonne“. Wenn in Töpfen und Pfannen nur kleine Reste übrig geblieben sind, versuchen sie sogar, auch das noch zu essen.

Das sind dann meist Reste, bei denen es sich nicht lohnt, sie extra in den Kühlschrank oder ins Gefrierfach zu packen, weil es dafür einfach zu wenig ist.

Warum können manche Menschen kein Essen wegwerfen?

Es gibt vielfältige Gründe, warum so mancher nichts „verkommen lassen“ kann. Die Beweggründe können sich von Mensch zu Mensch stark unterscheiden. Hier einige Beispiele:

  • Das Essen hat viel Geld gekostet und das Geld soll nicht umsonst ausgegeben worden sein.
  • Essen ist wertvoll, nicht jeder hat genug zu essen. Also darf man es nicht wegwerfen.
  • Ein undefinierbarer innerer Zwang verbietet uns, Essen wegzuwerfen.
  • Das tief sitzende Gefühl, etwas Falsches zu machen, hindert uns daran, Reste zu entsorgen.

Egal, welcher Grund zu diesem Verhalten führt, das Ergebnis ist in der Regel immer dasselbe: Übergewicht.

Zwanghaftes Resteessen zerstört dein Sättigungsgefühl

Wenn Du zu den Menschen gehörst, die erst Ruhe finden, wenn alle Teller blitzblank sind, dann isst Du permanent über dein Sättigungsgefühl hinaus. Das hat zur Folge, dass Du irgendwann gar nicht mehr wahrnimmst, dass Du schon längst keinen Hunger mehr hast.

Wahrscheinlich hast Du dein Sättigungsgefühl durch das stetige Ignorieren desselben schon längst zerstört. Du isst praktisch einfach nur noch weiter, bis alles weggeputzt ist. Dieses Phänomen „erst satt sein, wenn der Teller leer ist“, habe ich übrigens im Abnehmtipp Nr. 4 ausführlich erläutert.

Es ist verständlich und nachvollziehbar, warum wir Essen ungern wegwerfen. Im weiteren Verlauf dieses Artikels will ich dich jetzt auch nicht dazu verleiten, jede Menge Essen in die Mülltonne zu entsorgen. Es gibt sehr viel bessere Wege, um nicht als lebender Mülleimer zu enden.

Iss mit Bedacht und stopfe nicht alles in dich hinein
Iss mit Bedacht und stopfe nicht alles in dich hinein

Koche nur soviel, wie Du brauchst

Wenn Du in der Regel immer etwas vom Essen übrig hast, dann koche eine kleinere Menge. Dieser Rat klingt zwar einfach, ist aber dennoch für einige schwer umzusetzen. Gerade, wenn Du nicht allein für dich kochst, ist die richtige Menge schwer einzuschätzen.

Je mehr Familienmitglieder Du versorgen musst, umso heikler wird die ganze Sache, denn umso unberechenbarer wird der Hunger der Familie. Schließlich kann der Appetit jedes einzelnen stark schwanken.

Du willst natürlich, dass deine Liebsten alle satt werden, also kochst Du „vorsichtshalber“ etwas mehr, um sicher zu gehen. Erinnerst Du dich an meine Oma aus dem Abnehmtipp Nr. 4? Meine Oma hatte auch immer Angst, dass sie nicht genug gekocht hatte und irgendjemand an ihrem Tisch nicht satt wurde. Also gab es immer „Essen für eine ganze Fußballmannschaft“.

Um nun aus dieser Zwickmühle herauszukommen, muss eine andere Strategie her.

  • Du musst lernen den Bedarf an Essen besser einzuschätzen und dementsprechend die Essensmenge zu berechnen.
  • Du brauchst eine gute Alternative, wenn jemand doch mal mehr Hunger hat als gedacht.

Zum ersten Punkt: Wie viel Du kochen musst, lernst Du nicht unbedingt von jetzt auf gleich. Es ist vermutlich ein wenig Zeit nötig, in der Du ganz genau beobachtest, welche Portionen tatsächlich gegessen werden. Notiere dir am Besten alles und nähere dich nach und nach der optimalen Menge immer mehr an.

Zum zweiten Punkt: Wenn nach dem Hauptgang tatsächlich noch Hunger vorhanden sein sollte, dann hilft eine leichte Nachspeise, um endgültig satt zu werden. Wobei hier kein kalorienreiches Dessert gemeint ist, das so richtig auf die Hüften schlägt!

Zum Beispiel ist eine selbst gemachte Quarkcreme schnell angerührt oder ein leckerer Joghurt. Solche kalten Speisen können auch besser aufbewahrt werden, wenn etwas übrig bleibt. Mittagessen schmeckt kalt oft nicht mehr, deshalb ist ja auch die Versuchung so groß, es vorher aufzuessen und nicht aufzubewahren.

Lerne aufzuhören, wenn Du satt bist

Der wichtigste Punkt bei all dem ist natürlich, dass Du wieder lernst, auf dein Hunger- bzw. Sattgefühl zu hören. Langsam essen solltest Du ohnehin, aber halte auch zwischendurch inne und höre ganz bewusst in dich hinein. Bist Du wirklich noch hungrig oder ruft doch schon ganz leise dein Sattgefühl?

Satt oder nicht satt, das ist hier die Frage!
Satt oder nicht satt, das ist hier die Frage!

Lerne Essensreste zu entsorgen

Es kann trotz allem immer mal etwas übrig bleiben. Überwinde dich, diese Essensreste wirklich zu entsorgen, und zwar in den Müll und nicht in deinen Magen! Wenn Du jemand bist, dem das ganz besonders schwer fällt, hier ein kleiner Trick: Lass die Essensreste in deinem Tiefkühlfach verschwinden.

Auf diese Weise ist es erst einmal aus deinem Sichtbereich verschwunden. Wenn Du irgendwann aufgrund Platzmangels dein Tiefkühlfach ausmisten musst, fällt es dir leichter, diese mittlerweile unbrauchbaren Miniportionen wegzuwerfen.

Was ist, wenn ich nicht selbst koche?

Darüber zu reden ist der Schlüssel. Suche das Gespräch mit deinem Partner bzw. mit deiner Partnerin. Mache klar, dass Du nur so viel isst, weil das Angebot an Essen so groß ist. Bitte um Unterstützung, damit Du leichter abnehmen kannst, und erarbeite gemeinsam mit deiner Frau/ deinem Mann einen Plan, wie das Problem in den Griff zu bekommen ist.

Wenn Du verstehst, wie alles zusammenhängt, kannst Du es auch ändern

Du hast in diesem Abnehmtipp und natürlich auch in den vorhergehenden viel über Verhaltensweisen, die dir beim Abnehmen im Wege stehen, erfahren. Mit diesem Wissen hast Du bereits eine menge Punkte, an denen Du deine Hebel ansetzen kannst, um erfolgreicher Abzunehmen.

Beobachte dich bewusst, spüre deine individuellen Schwächen auf und ändere dein Verhalten, Du schaffst es!

Mach Schluss mit der lebenden Mülltonne - damit Du nicht länger 'Tonne' bleibst!

Koche nur die Menge, die Du brauchst, um satt zu sein

Lerne, wieder auf dein Hunger- und Sattgefühl zu hören

Lerne, Essensreste zu entsorgen - sei nicht länger der Resteverwerter für alle

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