Low Carb Tipps & Tricks

Warum dir kleine Teller beim Abnehmen helfen und Du trotzdem satt wirst

Warum dir kleine Teller beim Abnehmen helfen und Du trotzdem satt wirst

(Low Carb Kompendium) – Ich erinnere mich oft an meine Kindheit, an das große Haus meiner Großeltern, in dem auch ich mit meinen Eltern wohnte und noch mein Onkel mit seiner Familie. Die Erwachsenen waren tagsüber arbeiten, also war der erste Weg nach der Schule für uns Kinder zu Oma und Opa mittagessen.

Meine Oma hatte immer Angst, irgend jemanden nicht sattzukriegen, also tischte sie immer für eine ganze Fußballmannschaft auf. Wie Omas eben so sind. Schüsseln voll mit Kartoffeln und verschiedenen Gemüsen, dazu eine große Platte mit Fleisch. Soße gab es natürlich auch literweise. Nicht zu vergessen, oft eine Suppe vor dem eigentlichen Mal und der kalorienreiche Nachtisch durfte auch nicht fehlen.

Nach jedem Gang, wenn ich den Teller von mir schob, kam der Satz von meiner Oma: „…es ist aber noch genug da. Iss ruhig!“ Ja, meine Oma meinte es halt gut.

Große Mengen Essen in großer Auswahl – Kann das gutgehen?

Das reichliche Mittagessen war ja noch nicht alles: Kaum war der Mittagstisch abgeräumt, gab es auch schon pünktlich um 15:00 Uhr Kaffee und Kuchen. Zum Kaffeetrinken kamen häufig auch andere Familienmitglieder. Die Anzahl der Torten und Kuchenstücke wuchs exponentiell zur Anzahl der Anwesenden.

Meine Oma war schlau – sie hatte immer genug Kuchen in der großen Eistruhe im Keller eingefroren und konnte auf unerwarteten Mehrbesuch recht spontan reagieren 🙂

Ein gern gesehenes Opfer der großmütterlichen Fürsorge war meine Tante, deren schwache Seite ich bereits im Abnehmtipp Nr. 2 erwähnte und die immer abnehmen wollte. Der Vollständigkeit halber beschreibe ich noch kurz das Abendbrot:

Verschiedene Brotsorten, mehrere Wurstteller mit verschiedenen Sorten, und Käseplatten waren auch da. Saure Gürkchen, Radieschen, Ketchup, Senf, Marmelade, Gelee, Kompott und solche Kleinigkeiten füllten die verbliebenen Lücken zwischen den großen Tellern.

Die Rechnung ist einfach. Auf große Teller, passen große Portionen
Die Rechnung ist einfach. Auf große Teller, passen große Portionen

Kurzum: Egal zu welcher Mahlzeit, es war einfach immer zuviel. Die große Auswahl hat mich manches Mal erschlagen. Der allseits bekannte Satz „Iss, damit Du groß und stark wirst“ fiel gerne mal.

Meine Oma hat es aber wirklich nur gut gemeint. Du musst bedenken, meine Großeltern haben die Schrecken des 2. Weltkrieges voll miterlebt, mein Opa war junger Soldat an der Westfront. In diesen Zeiten mussten die Menschen darben und streng haushalten, um irgendwie über die Runden zu kommen.

Ich glaube, die Angst, dass die Familie nicht satt werden könnte, ist damals im Bewusstsein meiner Oma verblieben. Für sie war Abnehmen noch kein großes Thema.

Warum ich das alles erzähle? Weil unabhängig davon, dass meine Oma im Grunde nur unser Bestes wollte, hatte ihr Verhalten für sie selbst und andere leider auch unschöne Konsequenzen. Denn natürlich waren meine Großeltern und auch andere aus der Familie übergewichtig.

Natürlich hatte mein Opa Diabetes. Meine Oma kämpfte jahrelang mit einem offenen Bein. Die beiden hätten abnehmen müssen. Als Kind war ich zwar noch so viel in Bewegung, dass ich das viele Essen wegstecken konnte, aber nach der Pubertät nahm auch ich stetig zu.

Der größte Fehler war das Überangebot an Essen

Es ist schon richtig, dass meine Oma nach heutigen Standards nicht supergesund gekocht hat, aber vollkommen ungesund war es nun auch wieder nicht. Es gab immer viel Gemüse aus dem eigenen Garten, gutes Fleisch und Milchprodukte. Auch gesundes Obst fehlte nicht. Und es gab keine Fertigprodukte! Tütensuppen, Fertigsoßen & Co kannte meine Oma nicht.

Aber die Negativseite war nicht zu vernachlässigen: Viel Haushaltszucker, Süßes, Kuchen, Weißmehl, Nudeln… Das Zuviel an Obst aus dem eigenen Garten wurde eingeweckt oder zu Marmelade verarbeitet, wieder Zucker pur. Zu der Zeit war der Boom der Vollkornprodukte noch weit entfernt.

Die allgemeine durchschnittliche Ernährung damals brachte trotz ihrer negativen Seiten nicht so viel übergewichtige und adipöse Menschen hervor, wie es heutzutage der Fall ist. Die Zahl der Übergewichtigen ist seit 1980 stark angestiegen.

Übergewicht (BMI 25 bis 30 kg/m2) und Fettleibigkeit (BMI über 30 kg/m2) sind Probleme aller Alters- und Einkommensgruppen in allen Regionen der Erde. Heute sind fast 30 % der Weltbevölkerung, d. h. rund 2,1 Milliarden Menschen, davon betroffen.

Noch im Jahr 1980 zählten lediglich ca. 857 Millionen zu den übergewichtigen und adipösen Menschen

Quelle: Assmann Stiftung, aus einem Artikel vom 30.05.2014

Zurück zum Thema und dem Überangebot an Essen. Aus meiner Erzählung vom Anfang kannst Du dir sicherlich vorstellen, wie der Tisch zu den Mahlzeiten wohl ausgesehen haben muss. Wir hatten alle einen schönen großen Teller vor uns und haben uns fleißig aufgetan. Wenn Du hungrig bist und aus dem Vollen schöpfen kannst, dann wird der Teller eben auch vollgeladen.

Deine Augen bestimmen die Menge und nicht dein Magen

Das Bemerkenswerte an übervollen Tellern ist, dass Du meist so lange Hunger hast, bis der Teller leer gegessen ist. Andersherum, Du fühlst dich noch nicht satt und kannst nicht aufhören, bis alles verputzt ist. Noch fataler ist, wenn direkt vor deiner Nase noch mehr Essen steht und Du problemlos einen ordentlichen Nachschlag auf deinen Teller füllen kannst.

Das Hunger-Sattgefühl verschwimmt und wird nicht mehr deutlich wahrgenommen. Es ist praktisch dein Auge, das den Hunger bestimmt und nicht mehr dein Magen.

  • Sehen wir große Mengen Essen, ist auch der Hunger groß
  • Eine reichlich gedeckte Tafel verleitet zum Nachschlag
  • Bei einer großen Auswahl wollen wir von allem essen

Welche Menge reicht zum satt sein – eine Studie

Es gibt eine interessante Studie zum Thema Teller leer essen, deren Inhalt ich dir an dieser Stelle nicht vorenthalten will:

Der Versuch wurde von Brian Wansink und seinem Team mit 54 Teilnehmern durchgeführt. Die Probanden bekamen alle eine Suppe als Mittagessen vorgesetzt. Die Hälfte der Teller mit Suppe war allerdings präpariert, wovon die Testesser keine Ahnung hatten. Bei den präparierten Tellern war ein Schlauch im Tellerboden eingearbeitet, über den unbemerkt langsam Suppe nachgefüllt wurde.

Das Ergebnis war erstaunlich: Die Probanden, die einen „bodenlosen“ Suppenteller vor sich hatten, löffelten 73 % mehr Suppe, als die Teilnehmer mit normal gefüllten Tellern.

Obwohl sie mehr gegessen hatten, fühlten sich die Mehresser keinesfalls satter als die Vergleichsgruppe. Alle Teilnehmer gaben in etwa den gleichen Grad an Sättigung an.

Große Teller, wenig Essen. Das Gehirn weigert sich
Große Teller, wenig Essen. Das Gehirn weigert sich

Die Lösung ist so simpel – Du brauchst kleinere Teller

Wenn wir die Ergebnisse der Studie betrachten, dann wird klar, dass nicht unser Magen die Essensmenge bestimmt, sondern unser Auge. Diese Erkenntnis kannst Du zu deinem Vorteil beim Abnehmen nutzen, indem Du dein Auge austrickst. Wie? Es ist so unglaublich einfach und auch so naheliegend: Kleinere Teller nutzen.

Kleinere Teller sehen mit einer kleineren Portion genauso voll aus wie größere Teller mit einer großen Portion. Das Auge ist zufrieden, weil es einen vollen Teller sieht. Auch dein Kopf ist zufrieden, weil Du einen augenscheinlich vollen Teller leer essen darfst.

Wenn Du beim Essen noch den Abnehmtipp Nr. 3 beherzigst, nämlich schön langsam und genüsslich zu essen, dann sollte es dir gelingen mit einer kleineren Portion lange satt zu werden. Das Abnehmen wird leichter.

Eine normale Portion auf einem kleinen Teller ist phsychologisch wirksam.
Eine normale Portion auf einem kleinen Teller ist phsychologisch wirksam.

Ein sehr wichtiger Punkt dabei ist aber auch, dass Du neben deinem kleineren Teller nicht noch eine große Schüssel mit Nachschlag  stehen hast 😉

Kleiner Teller – große Portion: Eine wirksame Grundlage zum Abnehmen

Wie Du nun erfahren hast, kannst Du schon mit ganz simplen Änderungen in deinen Essensgewohnheiten das Abnehmen wirkungsvoll unterstützen.

Das Abnehmen kann so einfach sein!

Mit großen Tellern isst Du große Portionen

Du hast meist noch Hunger, solange Essen auf dem Teller liegt

Dein Auge bestimmt, wann Du satt bist, nicht dein Magen

Mit kleineren Tellern isst Du kleinere Portionen und bist trotzdem satt

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